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Bargeld, Budget und Zukunft: ein Generationenvergleich

24. Aug.
2 Min. Lesezeit

Text: Monika Leuenberger, Lehrperson für Schulische Praxisaufträge

Interviewpartner:innen: Lernende 1. Lj der KV Handelsschule WKS


Ich habe meine Lernenden gefragt, wofür sie ihr Geld hauptsächlich ausgeben.

Die Mehrheit nennt Kleider, Schuhe, Games, Streamingplattformen, Essen und Genussmittel.

Bei mir sah das anders aus: Zeitschriften, Ausgang, Ferien, TaxCard, Briefmarken

und Fotofilme inkl. Entwicklungskosten standen ganz oben auf der Liste.


Auch beim Bezahlverhalten zeigt sich ein klares Bild: Bargeld und digitale

Zahlungsmittel werden heute ungefähr je zur Hälfte genutzt. Zu meiner Zeit

wurde meist bar bezahlt. Heute bezahlen viele mit dem Handy, nur noch

wenige mit einer physischen Karte.


Ihre grössten Sorgen sind, die Ausgabenlimite zu überschreiten oder den Überblick

über ihre Finanzen zu verlieren. Gleichzeitig kennen die wenigsten ihren aktuellen

Kontostand auswendig – früher genügte dafür ein Blick ins Portemonnaie.


Auf die Frage «Sparen oder Geniessen?» antwortete gut die Hälfte, dass sie das

ausgibt, was gerade vorhanden ist. Rund 20% legen monatlich einen festen Betrag

auf die Seite. Vor 30 Jahren hatten schätzungsweise 80% ein Sparbüchlein.


Beim Thema Kaufen oder Leasen ist die Haltung eindeutig: Entweder man

hat das Geld und kauft etwas oder man verzichtet darauf. Ein Kredit kommt

für die meisten nicht infrage.


Interessant sind auch die Antworten zum Thema Sicherheit. Beim digitalen Bezahlen

bestehen kaum Bedenken, einer KI als Finanzverwalter würden die meisten

jedoch nicht vertrauen. Sie befürchten, dass KI zu viele Fehler machen könnte.


Nur rund 20% der Klasse tragen mehr als 20.– CHF Bargeld im Portemonnaie.

Trotzdem glauben die meisten nicht, dass Bargeld verschwinden wird. Ich sehe das etwas anders: In 30 Jahren könnte eine nahezu bargeldlose Gesellschaft – zumindest in der Schweiz – Realität sein.


Besonders zuversichtlich stimmten mich die Antworten auf die Frage: «Was würdest du deinem zukünftigen 30 Jahre älteren Ich mit auf den Weg geben?» Ein Budget erstellen, die Ausgaben im Blick behalten, auf Sicherheit achten, technisch am Ball bleiben und Schulden vermeiden.

Hätte ich das vor 30 Jahren meinem zukünftigen Ich auch gesagt? Rückblickend wird mir bewusst, wie wertvoll die solide Basis war, die uns Elternhaus und Schule mit auf den Weg gegeben haben.

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