«Nicht in Versuchung geraten …»
- Karin Burkhard

- vor 1 Tag
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Elena Gerber und Mael Zürcher, WMB-Lernende im zweiten Ausbildungsjahr, im Gespräch mit Raymond Anliker, Direktor bwd, über das liebe Geld.
Der Ausbildungsgang an der bwd Wirtschaftsmittelschule (WMB) dauert vier Jahre (drei Jahre Schule und ein Jahr Praktikum) und wird mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) Kauffrau/Kaufmann mit Berufsmaturität «Wirtschaft» abgeschlossen.
Welche Rolle spielt Geld aktuell in eurem Leben?
Elena: Geld bestimmt im Moment vor allem, was ich in der Freizeit unternehmen kann. Fixe Kosten (Krankenkasse, Handy-Abo …) übernehmen aktuell noch meine Eltern. Mit meinem Jugendlohn finanziere ich in erster Linie meineFreizeitaktivitäten.
Für was verwendest du im Moment am meisten Geld?
Mael: Wie bei Elena für das, was ich in der Freizeit unternehme. Ich reise sehr gerne und das kann kostspielig werden. Zudem gebe ich für Essen auch recht viel Geld aus, vor allem dann, wenn ich vergesse, etwas von zu Hause mitzunehmen.

Woher kommt das Geld auf eurem Konto?
Elena: Mein Vater bezahlt meinen «Jugendlohn», den er aufgrund von Schätzungen und im Vergleich mit den Ausgaben für meine Geschwister berechnet. Ich verdiene mir mit Babysitten etwas dazu.
Mael: Auch ich erhalte einen Jugendlohn von den Eltern und habe mit zum Teil recht gut bezahlten Nebenjobs regelmässig ein Zusatzeinkommen.
Ist es schwierig, Nebenjobs zu finden?
Mael: Im Service im Moment nicht, da findet man recht schnell einen Job, weil
der Bedarf gross ist. Zudem helfen gute Verbindungen zum Beispiel über die
Eltern.
Kommt ihr damit gut über die Runden?
Mael: Nur mit dem Jugendlohn wird es schnell mal knapp. Ich kann nur etwas
ansparen, wenn ich häufiger Nebenjobs annehme.
Elena: Ich schränke mich schnell mal ein, wenn ich das Gefühl habe, dass der
Kontostand rasch absinkt. Man muss den Überblick behalten und dann auch mal
auf etwas verzichten. Im E-Banking kann ich meine Ausgaben und Einnahmen
präzis verfolgen.
Plant ihr strategisch, um mal etwas Grösseres anschaffen zu können?
Mael: Meistens entscheide ich eher spontan, behalte aber einen Mindestbetrag
auf meinem Konto, um für die kommenden 1-2 Jahre etwas anzusparen.
Aktuell versuche ich, den Lohn aus den Nebenjobs wirklich nicht auszugeben.
Ist Schulden machen ein Thema bei euch?
Mael: Indirekt indem meine Eltern zum Beispiel ein neues Handy vorfinanzieren.
Elena: Ich bekomme natürlich im Umfeld meiner Kolleg:innen schon verschiedene
Geschichten um Schulden und Rückzahlungen usw. mit. Einzelne leben finanziell
am Limit und pumpen dann Kolleg:innen an.
Wie lernt man eigentlich den Umgang mit Geld?
Mael: Ich habe das ganz klar von meinen Eltern gelernt. In der Schule wurde das
eher am Rande vermittelt. Gelegentlich erhalte ich von meiner Bank Tipps in
Mailings.
Elena: Mein Vater hat als Ökonom ein gutes Händchen für den Umgang mit
Geld, von ihm kann ich einiges lernen.
Was müsste in der Ausbildung dafür geleistet werden?
Elena: Die Vermittlung von Grundwissen wäre gut.
Mael: Es gäbe viele Inhalte zum Beispiel im Rechnungswesen, welche anhand von
Alltagsbezügen vermittelt werden könnten. Das macht das Ganze viel
anschaulicher und nachvollziehbarer. Lena, unsere FRW-Lehrerin, macht das
regelmässig.
Was ist euer ultimativer Tipp für den Umgang mit Geld?
Mael: Informiere dich gut, recherchiere regelmässig zu Themen wie Budgetieren,
Sparen, Kontoführung usw.
Elena: Mache dir immer wieder bewusst, für was du Geld ausgibst. Das geht oft
verloren, wenn man einfach das Handy ans Bezahlgerät hält. Denk daran,
Reserven aufzubauen.




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