Erstes Geld, erste Fragen: Finanzbildung für Lernende
- Karin Burkhard

- vor 1 Tag
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Für 16-Jährige liegt die Pensionierung noch in weiter Ferne. Entsprechend denken die wenigsten in diesem Alter an Vorsorge. Dennoch gehört es zum Auftrag der Berufsfachschule, junge Menschen für die Bedeutung einer soliden Finanzplanung zu sensibilisieren.
Die Herausforderung ist offensichtlich: Wie macht man ein Thema greifbar, das noch kaum relevant scheint?
David Keller, Teamleiter ABU, gibt Einblick in die Praxis:
«Wir knüpfen dort an, wo die Lernenden stehen. Sie verdienen ihr erstes eigenes Geld
und laufen Gefahr, es sofort wieder auszugeben. Ausgang, Shopping oder Ferien stehen dabei hoch im Kurs. Wer spart, verfolgt meist ein konkretes Ziel: die Führerprüfung, ein Motorrad oder ein eigenes Auto.
Im Unterricht erstellen wir gemeinsam Budgets. Die Lernenden recherchieren Krankenkassenprämien, Abokosten und Steuern. Wir analysieren Lohnausweise und schauen uns die Abzüge an: Was bedeuten AHV, IV und EO? Warum werden diese Beiträge erhoben? So erkennen die Lernenden, dass auch sie Teil des Sozialversicherungssystems sind und sind offen, das 3-Säulen-Prinzip zu behandeln.
Im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsinitiative interessieren sich die Lernenden aktuell vermehrt für die Auswirkungen des demografischen
Wandels auf das Sozialwesen.»
Diese lebensnahe Herangehensweise zeigt Wirkung. Am Ende des Themas äussern
sich viele Lernende differenzierter. Diese erste Annäherung an das Thema wird
die Lernenden noch lange begleiten.
«Wir haben zu Hause darüber gesprochen. Meinen Eltern ist Vorsorge wichtiger als mir, aber ich verstehe jetzt wenigstens die Abzüge auf meinem Lohnzettel.» Saskia L.
«Endlich ein Thema mit Bezug zum echten Leben.» Miro K.
«Ich finde es gut, früh zu lernen, mit Geld umzugehen.» Flora H.




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