Wo Weiterbildung kein Detail ist
- Karin Burkhard

- vor 15 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Im Gespräch mit Stefan Willi, Konrektor bsd. Bern
Wie gelingt es, Weiterbildungsangebote im Detailhandel und in der Pharmazie aktuell und berufsbezogen zu gestalten? Lehrgangsleiter Stefan Willi gibt Einblicke. Im Gespräch erläutert er, welche Chancen die bsd. bietet, wo Herausforderungen bestehen und weshalb Weiterbildung heute wichtiger ist denn je.
Stefan, du bist Konrektor der bsd. und leitest die Weiterbildungsabteilung. Was zeichnet das Weiterbildungsangebot der bsd. aus?
Unser Programm richtet sich an die Berufsfelder Detailhandel und Pharmazie.
Wir bieten eine breite Palette – von kompakten Halbtageskursen bis zu 1,5-jährigen Lehrgängen. Eine Übersicht ist auf unserer Website publiziert:
Welche Kompetenzen sind heute im Detailhandel und in der Pharmazie besonders gefragt und wie greift die bsd. diese auf ?
Auftrittskompetenz ist zentral. Ebenso wichtig ist der Umgang mit dem raschen
Wandel in beiden Branchen. Unsere fundierten Kenntnisse der Grundbildungen
ermöglichen es uns, gezielt darauf aufzubauen. Beispielsweise beinhaltet der
überarbeitete Kurs «Pharma Pluspunkt» neuerdings das in der Grundbildung
geforderte Thema Blutentnahme.
Wie stellt die bsd. die Qualität ihrer Weiterbildungen sicher?
Unser Team besteht aus praxisnahen, pädagogisch gut ausgebildeten Referenten
und Referentinnen. Zudem hat sich die bsd. mit weiteren renommierten Bildungsanbietern aus der ganzen Schweiz zusammengeschlossen und das Kompetenzzentrum Detailhandel Schweiz (kdhs) gegründet. Diese Kooperation garantiert hohe Qualität und fördert den gezielten Austausch von branchenspezifischem Know-how.
Welche Herausforderungen begegnen dir bei der Organisation und Durchführung der Angebote?
Die Arbeitszeiten im Detailhandel sind oft wenig weiterbildungsfreundlich. Viele
Teilnehmende arbeiten auch samstags und abends. Hinzu kommt der fortschreitende
Strukturwandel im Detailhandel: Neue Geschäftsmodelle, verändertes Konsumverhalten und die Digitalisierung stellen Betriebe und Mitarbeitende vor
stetig neue Anforderungen.
Wie geht die bsd. mit diesen Rahmenbedingungen um?
Wir bieten Kurse an unterschiedlichen Tagen an und setzen auf modulare
Strukturen. So können Lernende bereits während der Grundbildung in Freikursen
erste Grundlagen erwerben. Einzelne Module des Zertifikatskurses «Teamleiter/
in» werden für weiterführende Qualifikationen angerechnet, etwa für die Ausbildung
Fachausweis (DHS). Den DHS-Lehrgang bieten wir als Intensivkurs, Standardkurs
oder Online-Variante an. Die hybride Durchführung kommt insbesondere
Teilnehmenden mit längeren Anfahrtswegen entgegen.
Die Digitalisierung prägt den Detailhandel stark. Wie reagiert die bsd. auf den wachsenden Online-Handel?
Das Portfolio der bsd. beinhaltet auch den Zertifikatskurs «E-Commerce Manager/-
in». Dieser Kurs ist auf Online-Shops ausgerichtet, dauert rund ein halbes Jahr
und findet – abgesehen vom Kick-off und der Abschlussprüfung – vollständig
digital statt.
Was motiviert die Teilnehmenden, trotz herausfordernder Bedingungen eine Weiterbildung zu absolvieren?
Im Verkauf kann man früh Verantwortung übernehmen. Viele ehemalige
Lernende kehren kurz nach dem Qualifikationsverfahren zurück, um einen
Berufsbildnerkurs zu besuchen und betreuen bald Lernende oder führen
eigene Rayons und Abteilungen. Junge Talente sind gefragt. Deshalb organisieren
wir gemeinsam mit dem kaufmännischen Verband und Praxisvertretern
jährlich Laufbahntage, an denen Angebote vorgestellt werden, CV-Checks möglich
sind und viele Gespräche zur beruflichen Zukunft stattfinden.
Welchen Rat gibst du Betrieben und Privatpersonen, die eine Weiterbildung ins Auge fassen?
Das Angebot ist vielfältig. Informieren Sie sich vor der Anmeldung genau über die
Inhalte. Unsere Kurse vermitteln grundlegende Kompetenzen wie Auftrittskompetenz, Personalführung und betriebswirtschaftliche Basis.
Branchenspezifisches Wissen wird oft durch Unternehmen oder Verbände
vermittelt. Wichtig ist, dass der Anbieter kompetent und zuverlässig ist.




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